Freitag, 6. Mai 2016

Rezension | "Die Widerspenstigkeit des Glücks" von Gabrielle Zevin

Diana Verlag | Broschiert | 288 Seiten | 11. April 2015 | 978-3-453-35862-1

"Sie hatten immer nur über Bücher gesprochen, aber was ist persönlicher als ein Buch?" // Seite 29


A.J. Fikry lebt auf einer malerischen Insel, ist umgeben von seinen wertvollsten Besitztümern - Tausenden von Büchern - und ist trotzdem ein unglücklicher Mensch. Bis er eines Morgens einen ungebetenen Gast entdeckt: In seiner Buchhandlung sitzt die zweijährige Waise Maya. Gegen seinen Willen nimmt er sich des kleinen Mädchens an, und es stellt sein Leben völlig auf den Kopf. Und dann ist da noch die Verlagsvertreterin Amelia, die A.J. nicht so schnell vergessen kann ...


Die Widerspenstigkeit des Glücks ist mein erstes Buch von Gabrielle Zevin, obwohl die Birthright-Serie komplett, aber ungelesen in meinem Schrank steht. Die Inhaltsangabe klang für mich sehr interessant: Ich meine, es geht um Bücher! :)

Ich hatte so gehofft, dass die Geschichte rund um A.J. Fikry, der eine Buchhandlung führt und darüber wohnt, mich packen würde. Die Idee und auch die Inhaltsangabe fand ich sehr schön und hat mich direkt angesprochen. Die Umsetzung dagegen war für mich persönlich zu schwach; das sich bietende Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft, die Möglichkeiten nicht vollends umgesetzt. Mir persönlich war sie nicht ausgearbeitet genug, zu oberflächlich und teilweise auch zu abgehackt.

Darunter haben leider auch die Figuren gelitten. Ich konnte sowohl A.J, als auch Maya und Amelia in mein Herz schließen, ich habe mit ihnen mitgelitten, ihre Geschichte hat mich auch berührt und bewegt. Mit A.J. konnte ich mich wohl am meisten und am leichtesten identifizieren. Wer will denn als Bücherliebhaber auch keine Buchhandlung haben, lesen können, was man will und jederzeit Bücher in seiner Nähe haben? Auch wenn er am Anfang des Buches verbittert und unglücklich erscheint – dafür gibt es allerdings eine Erklärung – so blüht er vollkommen auf, als er sich in die hübsche Vertragsvertreterin Amelia verliebt. Die Ausarbeitung aller Charaktere erschien mir interessant, tiefgründig, mit den berühmten Ecken und Kanten, doch trotzdem hat mir was gefehlt. Ich konnte mich nicht vollends auf sie einlassen – vermutlich auch, weil der Roman mit 288 Seiten und relativ großer Schriftgröße dazu nicht wirklich viel Platz gelassen hat. Ich hätte einfach gerne mehr über sie erfahren, hätte gerne Zeit gehabt, warm mit ihnen zu werden.

Das Ende dagegen fand ich sehr gelungen; ich mag traurige und bewegende Enden, daher war es total mein Fall. Definitiv ein gelungener Abschluss der Geschichte, der es schafft, dass der Roman im Gedächtnis bleibt und über den man noch einige Zeit nachdenken kann.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Erzähltempo war mir persönlich ein wenig zu schnell und sprunghaft; manche Szenenwechsel und Sprünge mussten sein, andere wiederum hätte man vermeiden können. Trotzdem freue ich mich sehr auf Bitterzart, Edelherb und Extradunkel :)


Für mich war Die Widerspentigkeit des Glücks ein gelungener und schöner Roman für zwischendurch. Das Buch bietet eine schöne Geschichte rund um plötzliches Eltern-Sein und um das Wieder-ins-Leben-Finden. Für mich ein schöner Roman, bei dem man allerdings aufgrund der Länge bzw. Kürze Abstriche im Bezug auf Charaktere und die Tiefe der Geschichte machen muss.



"Ihre Spezialität sind armselige kleine Buchläden und die besondere Sorte Mensch, die sie betreibt." // Seite 15 

"Er fühlt sich betrunken und hat gleichzeitig das Gefühl zu platzen. Das Gefühl muss Glück sein, dann aber stellt er fest, dass es Liebe ist." // Seite 92






Habt ihr das Buch schon gelesen?
Wenn ja, wie fandet ihr es?
Ich wünsche euch noch einen schönen Tag!


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