Mittwoch, 17. Februar 2016

Rezension | "Mit jedem neuen Tag" von Marc Levy

blanvalet | eBook | 368 Seiten | 15,99€ | 25. Mai 2015 | B00QZEQILU
Originaltitel: Si c’était à refaire (2012)

"Wer hat nie von dieser Möglichkeit geträumt? Seine Fehler verbessern, dort reüssieren, wo man versagt hat?" // Seite 127
Inhalt
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Was wäre, wenn Sie den schlimmsten Fehler Ihres Lebens wiedergutmachen könnten?
Der hochkarätige und erfolgreiche Journalist Andrew Stilman, der bald heiraten wird, lernt eines Abends in einer Bar in Manhattan eine wunderschöne Frau kennen. Als er ein paar Wochen später, am 9. Juli 2012, wie jeden Tag joggen geht, wird er von hinten angegriffen. Das Letzte, was er spürt, bevor er zusammenbricht, ist ein durchdringender Schmerz im Rücken. Als er wieder aufwacht, schreibt man den 9. Mai 2012 – zwei Monate vor seiner Hochzeit, zwei Monate, bevor er seiner Frau das Herz brach. Von nun an hat er sechzig Tage, um seinen Mörder zu finden, sein Schicksal zu verändern – und die Liebe seines Lebens zu retten …

Zum Autor (Quelle)
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Marc Levy wurde 1961 in Frankreich geboren. Nach seinem Studium in Paris lebte er in San Francisco. Mit siebenunddreißig Jahren schrieb er für seinen Sohn seinen ersten Roman, Solange du da bist, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in fünfundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy lebt zur Zeit mit seiner Familie in New York.

Aufbau
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24 Kapitel
Danksagung des Autors

Meinung
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"Mit jedem neuen Tag" hat ein Konzept, das mich von Anfang an begeistert hat. Andrew, der Protagonist, wird ermordet, wacht aber in der Vergangenheit auf - zu einem Zeitpunkt, zu dem er eine Chance hat, das Unglück abzuwenden. Er versucht nun, seine Fehler auszubügeln und zugleich seinen Mörder zu finden, doch die Frage ist natürlich, ob ihm dies gelingen kann... Allein schon deshalb versprach die Geschichte, sehr interessant zu werden. Wer hat sich nicht schon mindestens einmal gewünscht, in die Vergangenheit reisen und etwas rückgängig machen zu können? Andrew hat nun diese Chance erhalten und natürlich war ich gespannt, was er daraus machen würde. Außerdem habe ich mich gefragt, wie seine Zeitreise überhaupt möglich ist und, was vielleicht am wichtigsten ist, ob er wirklich etwas verändern kann oder ob einfach alles wieder passieren würde.

Bei meiner Lektüre war ich allerdings ein wenig ernüchtert. Die Geschichte war spannend und faszinierend, genau wie ich es erwartet hatte. Allerdings hatte ich ein Problem mit Andrew.
Levys Schreibstil ist in diesem Buch sehr nüchtern, fast schon sachlich. Einerseits passt dies natürlich sehr gut zu einem Protagonisten, der Journalist ist, andererseits hatte ich so immer eine gewisse Distanz zu ihm, sodass ich nicht wirklich mit ihm mitfühlen konnte. Hinzu kam, dass ich seine Handlungen teilweise überhaupt nicht nachvollziehen konnte, vor allem gegen Ende des Buches, als er seine Fehler einfach zu wiederholen scheint. Es ist nicht so, dass Andrew ein unsympathischer Protagonist ist oder dass man ihm den Tod wünscht - er hat durchaus positive Charaktereigenschaften, aber ich konnte trotzdem keine richtige Verbindung zu ihm aufbauen. Auch die Nebenfiguren blieben leider ziemlich blass.

Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass die Inhaltsangabe irreführend ist; die Liebesgeschichte zwischen Andrew und seiner künftigen Frau Valery spielt eher eine untergeordnete Rolle, wichtig ist vor allem die Suche nach dem Mörder. Levy ist es hierbei gelungen, einen interessanten Fall zu konstruieren. Er präsentiert dem Leser verschiedene, durchaus plausible, Verdächtige mit unterschiedlichen Motiven. Bis zuletzt gibt es viele Wendungen, wodurch die Spannung bleibt hoch. Diese Krimi-Elemente haben mir sehr gut gefallen.
Weiterhin spielt auch die Argentinische Militärdiktatur eine Rolle, da dies das Thema ist, zu den Andrew gerade recherchiert und er davon überzeugt ist, dass diese Recherchen mit seiner Ermordung zusammenhängen. Levy hat hier meiner Meinung nach sehr gut recherchiert und einige der Schilderungen waren wirklich beklemmend und tragisch.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das Ende der Geschichte mir gefallen hat. Es war auf jeden Fall überraschend, was ich gut fand - ich mag es, wenn der Autor noch einmal alles so auf den Kopf drehen kann, dass es in sich stimmig ist, und das ist hier definitiv der Fall. Allerdings ist das Ende sehr offen. Dies passt zur Geschichte, trifft aber nicht meinen Geschmack. Ich hätte ein klareres Ende bevorzugt, so war es für mich etwas unbefriedigend.

Fazit
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Insgesamt ist "Mit jedem neuen Tag" ein recht gutes Buch. Es hat ein faszinierendes Konzept und ich war von Anfang an dazu animiert, Theorien aufzustellen und mir Gedanken über mögliche Auflösungen zu machen. Das Ende hat mich leider nicht vollkommen überzeugt und auch mit den Charakteren hatte ich einige Probleme, doch trotzdem war es eine angenehme Lektüre.
★★★ 3(,5)/5 Sterne
Links
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Leseprobe
Homepage des Autors (französisch)
Kauf der Print-Ausgabe

Herzlichen Dank
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... an vorablesen.de und jellybooks.de, die das Buch im Rahmen einer Weihnachtsaktion zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt haben.

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