Dienstag, 23. Februar 2016

Rezension | "Blindes Vertrauen" von Sandra Brown

Weltbild | Taschenbuch | 540 Seiten | 2008 | 402-6411117164
Originaltitel: Exclusive (1996)

"Jedes Jahr verlieren Tausende von Eltern ein Baby durch plötzlichen Kindstod, und alle stellen anschließend ihre elterlichen Fähigkeiten in Frage." // Seite 10

Inhalt
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Es ist finstere, undurchdringliche Nacht. Ein Baby hört plötzlich auf zu atmen - das Baby des Präsidentenehepaares der USA. Monate später stößt die junge Reporterin Barrie Travis auf Unstimmigkeiten in dem Fall, und ihre Recherchen führen in einen Sumpf von dunklen Machenschaften. Ein ehemaliger enger Berater des Präsidenten wurde vor einem Jahr entlassen. Man munkelt, er hatte eine Affäre mit der First Lady...

Die Autorin (Quelle)
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Sandra Brown stammt aus Waco in Texas, USA. Bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte, hatte sie beruflich schon einiges hinter sich gebracht. So hatte sie schon im Fernsehen das Wetter präsentiert sowie als Model, Schauspielerin und Journalistin gearbeitet. Richtig ernst wurde es mit der Schriftstellerei nach ihrem ersten Bestseller "Trügerischer Spiegel". In der Folge schuf sie sich gewissermaßen ihr eigenes Genre, indem sie in ihren Büchern auf besondere Weise Liebes- und brutale Kriminalgeschichten miteinander verbindet. So gewann sie nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland eine große Fangemeinde. Heute kann Sandra Brown kann ganz gut von ihren Büchern leben. Sie pendelt mit ihrer Familie zwischen den beiden Wohnsitzen in Texas bzw. South Carolina.

Aufbau
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44 (unbenannte) Kapitel
Kapitel "Das Exklusivinterview"
Kapitel "Das Nachspiel"

Meinung
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Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen.

Ich muss zugeben, dass die Ausgangslage der Handlung mich von Anfang an gestört hat und dass ich vermutlich deshalb Schwierigkeiten hatte, mich auf das Buch einzulassen. Es war für mich einfach unglaubwürdig, dass die First Lady sich an eine Journalistin wendet, die sich selbst als "kleine Reporterin" mit "null Einfluss" (Seite 54) bezeichnet. Zuerst heißt es, dass Vanessa (die First Lady) sich an Barrie gewendet hat, weil sie ein paar ihrer Geschichten mochte und von ihrer Beileidskarte angetan war (als ob die First Lady und der Präsident jede einzelne Beileidskarte zu Gesicht bekämen...), doch später wird ein anderer Grund genannt, der allerdings genauso wenig Sinn macht: sie habe sich an die kleine, aufgrund eines früheren Fehlgriffs diskreditierte Reporterin gewendet, weil sie sich dadurch weniger exponiere. Auch diese Erklärung war für mich nicht überzeugend.
Schon nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen hatte, war ich sicher zu wissen, was passieren würde. Der Ausgang der Geschichte schien einfach so offensichtlich zu sein - und lange Zeit hat es auch so ausgesehen, als würde alles genau so kommen, wie ich es erwartet hatte. Deshalb war ich ehrlich gesagt ziemlich gelangweilt. Es gab zwar einige Twists und Momente, in denen ich dachte, dass die Geschichte endlich spannender werden würde, aber tatsächlich kam die Spannung erst ziemlich spät auf.
Ein Grund dafür ist bestimmt, dass ich nicht mit den Charakteren mitfühlen konnte. Sie waren mir, abgesehen von ein paar Nebenfiguren, allesamt nicht sympathisch und gerade mit der Protagonistin hatte ich große Probleme. Ihre Art, wie sie ohne jede Beweisgrundlage mit dem Kopf durch die Wand wollte und sich dabei für eine großartige Journalistin hielt, hat mich einfach genervt. Besonders dreist fand ich aber, dass sie das "rüde" Verhalten eines Mannes, dem sie durch ihre Recherchen geschadet hat, großmütig abgetan hat, als wäre sie ihm dadurch irgendwie moralisch überlegen. Nein, sie hat mich nicht überzeugt und deshalb konnte ich leider keine Verbindung zu ihr aufbauen. Ihre Probleme und die Gefahr, in der sie sich oft befand, waren mir recht egal und auch ihre Liebesgeschichte hat mich nicht wirklich interessiert, weil sie sich meiner Meinung nach einfach unglaubwürdig entwickelt hat. Aber auch zu Vanessa konnte ich keine wirkliche Verbindung aufbauen. Ihr Leiden hat mich nicht berührt und sie blieb, wie viele der Figuren, ziemlich blass.

Fazit
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Brown hatte ein Konzept, aus dem eine tolle Story hätte werden können, aber aus irgendeinem Grund hat es für mich nicht funktioniert. Ein Großteil der Figuren war mir egal und auch der Plot war für mich nicht sonderlich spannend. Vielleicht hätte ich mehr Gefallen daran gefunden, wenn mich der in meinen Augen unlogische Beginn nicht so gestört hätte? Es gab durchaus interessante Wendungen, aber sie kamen erst spät im Buch. Die erste Hälfte war für mich ziemlich langweilig und in der zweiten Hälfte ist zwar einiges passiert, aber mit den Charakteren habe ich trotzdem nicht mitgefiebert und da mir das Schicksal der Figuren mehr oder weniger egal war, kam für mich auch kaum Spannung auf. Der größte Schock kam viel zu spät, direkt am Ende. Diese Wendung habe ich definitiv nicht vorausgesehen und sie hat mich definitiv geschockt, aber meine Meinung über das Buch hat sie nicht geändert.
Ich musste wirklich kämpfen, um das Buch nicht abzubrechen, und habe noch recht großzügig bewertet, weil es ein paar wenige unterhaltsame, recht spannende Ereignisse und einige gute Twists am Ende gab.
★★2,5/5 Sternen

Links
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Leseprobe
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