Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension | "Das Licht der letzten Tage" von Emily St. John Mandel


Piper Verlag | Broschiert | 14,99 € | 416 Seiten | 14.09.2015 | 978-3492060226

„Was für eine schreckliche Zeit", sagte Clark leise zu einem imaginären Robert, um für die Zukunft zu üben." // Seite 291

Klappentext 
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Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Meinung
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Bei diesem Buch muss ich gestehen, dass ich gemischte Gefühle hatte. Während das Cover einfach nur wunderschön gestaltet und ansprechend und der Schreibstil poetisch, stellenweise auch anspruchsvoll ist, hat mich die Geschichte rund um den "Weltuntergang", ein tödliches Virus und zerstörte Zivilisation, ähnlich wie das Buch "Rain" von Virginia Bergin, weniger überzeugt.

Die Geschichte beginnt mit dem Schauspieler Arthur, der auf der Bühne zusammenbricht und stirbt. Jeevan, gelernter Rettungsassistent, versucht noch, ihn wieder zu beleben, jedoch ohne Erfolg. Mit Arthurs Tod beginnt die eigentliche Handlung: Das Virus, die Pandemie und Millionen von Toten.

Die Figuren – vor allem Kirsten, Arthur, Clark und Jeevan – fand ich wundervoll ausgearbeitet und die Tatsache, dass sie alle mit dem Schauspieler Arthur in irgendeiner Art und Weise bekannt waren, verschafft ihnen eine Gemeinsamkeit. Zwar wird das schon am Anfang des Buches recht deutlich, zieht sich aber durch die gesamten 416 Seiten und geben dem Plot ein rundes Ende. Da die meisten Figuren in den drei beschriebenen Zeitebenen (Die Zeit vor dem Virus, die Gegenwart und zwanzig Jahre nach dem Virus) vorkommen, kann man ihre Entwicklung und den Umgang mit dem neuen Leben gut verfolgen und nachvollziehen. Jeevan war mir von allen Charakteren am sympathischsten, daher fand ich es schade, dass man so wenig von ihm erfuhr und seine Geschichte – abgesehen vom Anfang – zu kurz kam.

Emily St. John Mandel erzählt eine mysteriöse Dystopie, die eigentlich Spannung und Action verspricht, bei mir aber leider eher weniger punkten konnte. Vielleicht habe ich auch einfach etwas anderes erwartet. Das Buch hat mich kein einziges Mal gelangweilt, jedoch konnte es mich auch nicht richtig packen. Abwechslung brachten die ständigen Wechsel zwischen den verschiedenen Figuren und der Zeiten, jedoch erschwerte dieser Aufbau das Folgen der Handlung oder das Erkennen von Zusammenhängen der einzelnen Geschichten. Vielleicht hatte ich eine richtige Apokalypsen-Schilderung erwartet mit viel Spannung, Action, Aufregung und Ängsten; nicht eine ruhige, teilweise traurige oder hoffnungslose Geschichte vieler verschiedener Charaktere mit einem sprachlosen und ernüchternden Ende.

Fazit
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Leider konnte mich Emily St. John Mandels Werk "Das Licht der letzten Tage" nicht vollkommen überzeugen. Meine Meinung über das Buch in Worte zu fassen, fiel mir eigenartigerweise ziemlich schwer. Die Charaktere waren meiner Einschätzung nach toll ausgearbeitet, ebenso hat mich der Schreibstil überzeugt. Wer also eine ruhige Dystopie mit vielen Figuren und vielen Handlungen mag, dem kann ich dieses Buch definitiv empfehlen. Für mich war es auf jeden Fall eine besondere, einzigartige Geschichte.

Bewertung
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★★★★★ 3/5 Sterne

Zitate
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"Das ist also das Ende, dachte sie, als das Telefonat beendet war, und irgendwie half ihr die Banalität des Ganzen." // Seite 41

"Aber die Raumfahrt ist doch wirklich erfunden worden, oder? Ich hab Bilder gesehen." // Seite 245

Links
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Herzlichen Dank
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... geht an dieser Stelle an den Piper Verlag, der mir dieses Buch zum Erstellen einer Rezension zur Verfügung gestellt hat.



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