Montag, 20. März 2017

Rezension | "Das Geheimnis von Black Rabbit Hall" von Eve Chase

Blanvalet | eBook | 417 Seiten | 29. Februar 2016 | B0196U7LAG
Originaltitel: Black Rabbit Hall (2015)

"Es heißt, dass schon die Hortensien durch den Boden des Ballsaals wachsen, außerdem gehen seltsame Dinge dort vor sich." // bei 3,8%

  

Eine Familie. Ein Geheimnis. Ein Sommer, der alles verändert ...

Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt. 

Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät ...

Eve Chase wollte schon immer über Familien schreiben – solche, die fast untergehen aber irgendwie doch überleben – und über große, alte Häuser, in denen Familiengeheimnisse und nicht erzählte Geschichten in den bröckelnden Steinmauern weiterleben. Black Rabbit Hall ist so eine Geschichte.
Eve Chase ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Oxfordshire.


Es fällt mir schwer, "Black Rabbit Hall" zu bewerten. Es gab viel, das mich bei der Lektüre ein bisschen genervt hat, andererseits aber auch einiges, das ich mochte.

Auf der einen Seite war die Geschichte gut aufgebaut. Ich mochte die Parallelen von Vergangenheit und Gegenwart und wie man nach und nach mehr über die Ereignisse nach dem Tod von Ambers Mutter erfahren hat, vor allem, nachdem Lorna einiges herausfand, das auf dramatische Geschehnisse hindeutete. Der Spannungsbogen war definitiv da und auch die Beschreibungen des ganz 'normalen' Lebens der Familie waren interessant. Die Charaktere waren ebenfalls gut ausgearbeitet; alle waren sehr unterschiedlich, hatten ihre Stärken und Schwächen und in der Kombination ergaben sich viele verschiedene Dynamiken, durch die die Handlung belebt wurde. Mir hat gefallen, wie beide Handlungsstränge zusammen gelaufen sind und das Ende war wirklich wunderschön.

Auf der anderen Seite hat die Handlung sich für mich stellenweise in die Länge gezogen und ich hatte das Gefühl, dass einiges hätte gekürzt werden können, ganz zu schweigen davon, dass fast alle Wendungen für mich vorhersehbar zu sein schienen (obwohl die falschen Fährten recht gelungen waren). Es war wie gesagt Spannung da, doch irgendwann konnten mich leider auch die Tragödien nicht mehr wirklich bewegen. Die Charaktere waren zwar gut ausgearbeitet, aber auch wenn einige von ihnen mir oft sympathisch waren, gab es keinen, zu dem ich bis kurz vor Schluss eine richtige Verbindung aufbauen konnte und viele habe ich sogar aktiv verabscheut, was aber wohl so beabsichtigt war.

"Black Rabbit Hall" ist definitiv kein schlechtes Buch. Es ist ein mehr als solider Familienroman, der genug Drama, Geheimnisse, Verwirrungen und auch schöne Momente bietet, um es zu einer angenehmen, wenn nicht sogar unterhaltsamen Lektüre zu machen. Leider hat die Geschichte mich aber nicht wirklich begeistert, weshalb ich letztendlich drei Sterne vergeben habe - den guten Durchschnitt.

Homepage der Autorin (englisch)


Herzlichen Dank
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... an den Verlag und Jellybooks.de, die das Buch im Rahmen einer Testleseraktion zur Verfügung gestellt haben.
Habt ihr schon von dem Buch gehört?
Wenn ja, interessiert es euch?
Habt ein schönes Wochenende :)

Kommentare:

  1. Huhu!

    Das Buch hatte ich schon so oft in der Hand, aber ich habe schon öfter gelesen, dass es viele Schwachstellen hat und einfach nicht richtig begeistern kann...

    Deine Rezension ist sehr gut geschrieben, da kann man gut nachvollziehen, wo die Stärken und Schwächen des Romans liegen. Ich werde mir das Buch vielleicht mal bei Skoobe ausleihen, denn wenn ich es mir kaufe und dann nicht mag, ärgere ich mich nur. ;-)

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfaht durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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    1. Ich habe in meinem Kommentar aus Versehen die Kreuzfahrt von letzter Woche verlinkt, HIER ist die von dieser Woche, bei der ich auch deinen Beitrag verlinkt habe!

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    2. Hey,

      danke für den Kommentar und die Verlinkung :) Bevor ich das Buch gelesen habe, hatte ich nur positive Meinungen dazu gehört, weshalb ich doch ziemlich enttäuscht war... ich hatte einfach mehr erwartet, obwohl ich nicht alles schlecht fand.
      Ich versuche auch immer, Bücher auszuleihen, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob sie mir gefallen werden.

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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