Mittwoch, 16. November 2016

Rezension | "Plötzlich Banshee" von Nina MacKay


Piper | eBook | 400 Seiten | 1. September 2016 | 978-3492703932

"Ja, normalerweise war ich tatsächlich eine Art blinkendes Hinweisschild mit der Aufschrift "Ärger hier!", gegen das jede Leuchtreklame in Las Vegas wie ein schlechter Witz wirkte." // 4% (Kapitel 2)

Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?


Was war Plötzlich Banshee zum Erscheinungstermin doch in aller Munde. Auf jedem zweiten Blog hatte ich dieses Cover gesehen; jeder zweite Blogger und Lesesüchtige hatte dieses Buch als Currently Reading. Kein Wunder, dass ich, als jemand, der sich so leicht anfixen lässt, dieses Buch auch unbedingt lesen wollte. Vielen Dank an den Piper Verlag, dass er mir das möglich gemacht hat. Alles in allem ist Plötzlich Banshee eine tolle Geschichte, die unterhaltsam ist, aber auch ein paar kleine Schwächen aufweist.

Schwierig zu erklären ist, wie Alana – die Hauptprotagonistin – die Geschichte positiv sowie negativ beeinflusst. Zum einen fand ich sie wahnsinnig süß mit ihrer Tollpatschigkeit und ihrem Abblocken bezüglich aller magischer Wesen und Gefühle. Sie kümmert sich um ihre besten Freunde, ist zu ehrlich Gefühlen fähig, was man mehr als einmal merkt. Jedoch ist sie ein unsymapthisches Miststück, sorry. Sie ist grundlos pampig und feindselig, spielt gerne mit den Gefühlen anderer und während ihre beste Freundin sich in mehr als einer Hinsicht opfert um die Menschheit zu retten, will Alana lieber ihr Leben weiterleben und risikiert dabei sehr leichtfertig das ihrer Familie und Freunde. Mal davon abgesehen, dass sie Dylan, der wirkliche Gefühle für sie hegt, manipuliert, wo sie nur kann, immer alles ins Lächerliche zieht oder bei jeder Äußerung direkt einen persönlichen Angriff sieht. Der in mancher Hinsicht erzwungene Humor hat manchmal einfach nur genervt. Teilweise ist ihr Verhalten für eine 20-Jährige vollkommen unangemessen; das hat dann schon eher zu einer 15-Jährigen gepasst.

Ansonsten hat mir die Geschichte aber gut gefallen. Ich mochte es sehr gerne, wie die unmenschlichen Wesen mit der normalen Welt kombiniert, ihre Eigenschaften erklärt wurden und dass jeder seinen Zweck im Plot erfüllt. Die Uhren über den Köpfen der Menschen, die das Lebensalter anzeigen, dass alles Unglück auf Alana übergeht, dass sie das Leben von Menschen retten kann, indem sie entsprechend reagiert, waren schöne und durchdachte Inhalte. Vergessen darf man dabei natürlich nicht, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Die Handlungen sind dabei dann doch oft sehr vorhersehbar, ebenso wie das Verhalten einiger Charaktere. So war mir schon relativ schnell klar, wer bei dieser Geschichte sein Leben lassen muss und wer am Ende ein Happy End haben wird. 

Gespannt war ich natürlich auch, inwieweit Alana und die Spezies Banshees den Darstellungen der Autorin Rachel Vincent und ihrer Soulscreamers-Romanfigur Kaylee ähneln würde. Parallelen sind mir schon aufgefallen, aber ich konnte mich trotzdem ganz neu auf die Geschichte einlassen. 

Den Schreibstil der Autorin fand ich gut und angemessen. Er ist perfekt für ein Jugendbuch, was es mir leicht gemacht hat, die Geschichte zügig zu beenden. Die kleinen Wechsel in der Erzählperspektive haben die Geschichte aufgelockert, auch wenn ich mir teilweise mehr von Dylans Gedanken gewünscht hätte. Ein ruhender Pol neben der doch sehr impulsiven und albernen Alana hätte mir ganz gut getan und mir den ein oder anderen Augenverdreher erspart.

Das Cover ist wirklich wirklich wunderschön! Der Totenkopf leuchtet auf dem schwarzen Hintergrund, was für mich ein absoluter Eyecatcher ist. Ich wollte das Buch schon haben, da wusste ich noch nicht mal, worum es ging ...

Plötzlich Banshee ist meiner Einschätzung nach ein gelungenes Jugendbuch, deren Charaktere – vor allem Alana – nicht immer hunderprozentig punkten konnten. Doch die Geschichte an sich und die vielseitige Verknüpfung zwischen Fantasie und der realen Welt machen das Buch zu etwas besonderem und empfehlenswertem.



 








Vielen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.
 Habt ihr Plötzlich Banshee schon gelesen?
Steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!


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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Piper Verlag.
Das Urheberrecht des Titelbilds unterliegt einzig und allein der Blogredaktion.

Kommentare:

  1. Das Cover finde ich bei diesem Buch wunderschön. Aber ich denke, dass das Buch nichts für mich ist.

    Liebe Grüße ♥

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    1. Hallihallo :)

      Danke für deinen Kommentar. Das kann ich gut verstehen. :) Kann ja nicht jedem alles gefallen.

      Liebste Grüße
      Julia

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  2. Hallo Julia,

    dank dem Piper Bloggertreffen mit Dan Wells auf der FBM in diesem Jahr, durfte das Buch vor kurzem bei mir einziehen :) Bisher habe ich sowohl positive wie negative Stimmen dazu gelesen, daher bin ich schon sehr gespannt, wie es mir persönlich gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Hallo Uwe,

      ich bin sehr gespannt, ob es dir gefallen wird oder doch eher nicht :)
      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Lesespaß.

      Liebste Grüße
      Julia

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  3. Hallöchen =)

    Ach das ist aber schön, zur Abwechslung mal eine recht positive Bewertung vorzufinden. Ich habe schon einige andere Rezensionen gelesen und scheinbar polarisiert das Buch und besonders das Verhalten der Protagonistin sehr.
    Ich hab das Buch immer noch im erweiterten Fokus. Mal sehen =)

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja,

      ohja! Definitiv. Die Protagonistin hat es in sich und ich kann auch gut verstehen, warum die Bewertungen teilweise so schlecht ausgefallen sind :D
      Ich habe es irgendwann ausblenden können und mich auf andere Charaktere und die Handlung konzentirert :)

      Liebste Grüße
      Julia

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