Samstag, 19. November 2016

Rezension | "Dein perfektes Jahr" von Charlotte Lucas

 Bastei Lübbe | Hardcover | 574 Seiten | 9. September 2016 | 978-34431039610

"Ich würde sagen, vor Ihnen liegt ein perfektes Jahr! Sie müssen nur den Mut aufbringen, es auch anzugehen." // Seite 154

  

Was ist der Sinn deines Lebens?
Falls Jonathan Grief jemals die Antwort auf diese Frage wusste, hat er sie schon lange vergessen.

Was ist der Sinn deines Lebens?
Für Hannah Marx ist die Sache klar. Das Gute sehen. Die Zeit voll auskosten. Das Hier und Jetzt genießen. Und vielleicht auch so spontane Dinge tun, wie barfuß über eine Blumenwiese zu laufen.

Doch manchmal stellt das Schicksal alles infrage, woran du glaubst...


Charlotte Lucas ist das Pseudonym von Wiebke Lorenz. Geboren und aufgewachsen in Düsseldorf, studierte sie in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Gemeinsam mit ihrer Schwester schreibt sie unter dem Pseudonym Anne Hertz Bestseller mit Millionenauflage. Auch ihre Psychothriller "Allerliebste Schwester", "Alles muss versteckt sein" und "Bald ruhest du auch" sind bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich. Mit "Dein perfektes Jahr" begibt sie sich auf die Suche nach den Antworten auf die großen und kleinen Fragen des Lebens.


70 Kapitel
Dank an...
Die Kapitel befassen sich abwechselnd mit Jonathan und Hannah.


"Dein perfektes Jahr" ist eine trotz ihrer eher ernsten Thematik hoffnungsvolle Geschichte, die stellenweise sehr emotional ist.
Es geht um Jonathan, einen kleinkarierten, ignoranten Menschen, der seit Jahren in einem festgefahrenen Trott lebt, und Hannah, eine optimistische, lebensbejahende Frau, die gerne Risiken eingeht und spontan ist. Das Leben der beiden könnte nicht unterschiedlicher sein... und das zieht sich auch durch den ganzen Roman. Beide Figuren waren für mich sympathisch, auch wenn ich sagen muss, dass Jonathan mir erst langsam ans Herz gewachsen ist. Am Anfang konnte ich nicht viel mit ihm anfangen, gerade durch seine etwas anstrengende Art. Hannah dagegen mochte ich sofort, obwohl es auch bei ihr gedauert hat, bis ich eine richtige Verbindung zu ihr aufbauen konnte. Später aber habe ich wirklich mit ihr mitgelitten. Die Nebencharaktere waren auch toll ausgearbeitet und gerade eine bestimmte Figur mochte ich wirklich gerne.

Die Geschichte selbst ist gut geschrieben und packend. Sie ist eine richtige Achterbahn der Gefühle; einige Momente sind wunderschön und positiv, andere dagegen voll Trauer und Leid. Der Autorin ist es gelungen, die Balance zu halten und die beiden doch ziemlich unterschiedlichen Lagen und Entwicklungen der Protagonisten ausgeglichen darzustellen. Besonders gut gefallen hat mir, wie die Idee mit dem 'perfekten Jahr' umgesetzt wurde. Die Idee, einen Kalender mit kleinen, aber bedeutsamen Plänen für das kommende Jahr zu füllen und dazu noch ein paar Lebensweisheiten dazuzugeben, fand ich toll und einige der 'Aufgaben' waren wirklich interessant. Wer träumt nicht davon, sich von allem unnötigen Ballast zu befreien und zu versuchen, das Leben in vollen Zügen zu genießen? Diese Botschaft - dass man das tun soll und leben soll - war schön umgesetzt.

Weniger gefallen hat mir allerdings das (in Ermangelung eines besseren Wortes) Erzähltempo. Zwei Drittel der Geschichte spielen in einem sehr kurzen Zeitraum, sodass man hier die Charaktere und ihre Gefühlswelten sehr gut kennen lernt. Danach aber geht alles ziemlich schnell und man springt von einem wichtigen Ereignis zum nächsten, sodass sich in wenigen Seiten sehr viel verändert. Das fand ich ziemlich schade, da gerade dieser Teil sehr wichtig gewesen wäre, um das Ende nachvollziehbarer zu machen. So finde ich zwar schön, dass das Ende hoffnungsvoll ist und zeigt, dass man das Glück selbst in unerwarteten Lagen wieder finden kann, aber ich konnte nicht verstehen, wie die Charaktere in diese Situation gekommen sind, da die Ausschnitte, die die Autorin dem Leser zeigt, mir nicht gereicht haben, um die Entwicklungen zu verstehen. Ich hätte mir hier eine andere Gewichtung gewünscht - entweder eine Kürzung der Ereignisse zuvor oder am Ende noch mehr Seiten. Und teilweise waren die Verbindungen zwischen Hannah und Jonathan doch zu konstruiert.

Von dieser Kritik abgesehen hat mir das Buch aber gut gefallen. Die Geschichte ist emotional und teilweise traurig, aber dennoch schön und auch hoffnungsvoll. Auch die ernsten Themen sind meiner Meinung nach sensibel verarbeitet und es war interessant, welchen Einfluss so etwas kleines wie ein Kalender auf das Leben zweier Menschen haben kann.

Habt ihr das Buch bereits gelesen
und wenn ja, hat es euch gefallen?
Oder kennt ihr ein anderes Buch der Autorin?
Noch ein schönes Wochenende :)

Kommentare:

  1. Tolle Rezension :)
    Ich habe schon ein paar Seiten im Buch gelesen, allerdings hatte dann ein anderes Buch Vorrang. Im Dezember möchte ich es dann weiter lesen :)

    Liebe Grüße ♥

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    1. Hey,

      danke :)
      Dann wünsche ich dir schon einmal viel Spaß mit dem Buch!

      Liebe Grüße,
      Kerstin

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