Montag, 12. September 2016

Rezension | "Die Magie der Namen" von Nicole Gozdek

ivi | Hardcover | 368 Seiten | 1. März 2016 | 978-3492703871


"Ich hatte nun meinen Namen. Aber ich hatte immer noch keine Ahnung, wer ich war." // Seite 21

 
Der 16-jährige Nummer 19 träumt insgeheim davon, als Erwachsener ein Held und bedeutender Name zu werden. Die 19 hat ihm in seinem Leben bisher kein Glück gebracht. Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, lösen sich seine Hoffnungen in Unglauben auf. Er erhält einen Namen, den keiner zu kennen scheint. Wer ist dieser Tirasan Passario, dessen Namen er für den Rest seines Lebens tragen wird? Nur das große Namensarchiv in der Hauptstadt Himmelstor kann ihm Auskunft geben. Gemeinsam mit dem Krieger Rustan Polliander und dessen Freunden macht er sich auf in die weit entfernte Stadt. Doch die Reise entpuppt sich als gefährlicher als erwartet. Namenlose und dunkle Verfolger trachten der Gruppe nach dem Leben. Und auch sein eigener Name hält noch einige Überraschungen für Tirasan bereit ... 

 
Die Magie der Namen ist ein wunderschönes und packendes Werk, das viel Spannung und Magie bereit hält, ohne typische und viel verwendeten Fantasy-Elemente wie Drachen, Götter, Dämonen, Feen und sonstigen Wesen. Ich war überrascht, wie leicht mir das Kopfkino zur Geschichte fiel, wie schnell ich ausgearbeitete Bilder im Kopf hatte, wie ich mich problemlos in den Plot einfand, wie sehr ich die Charaktere mochte und wie mühelos ich den verschiedenen Geschehnissen folgen konnte. Dazu noch einen Plot, den ich definitiv noch nicht so gelesen habe und mir daher ein einmaliges Lesevergnügen geschenkt hat.

Der Einstieg ist mir sehr leicht gefallen, was vermutlich daran lag, dass das erste Kapitel schon sehr fesselnd ist. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit den Nummern und Namen auf sich hat, was sie bedeuten und was es darüber aussagt, was aus den jungen Erwachsenen werden soll. Dass man das alles aus der Ich-Perspektive erzählt, fand ich wunderbar gewählt. So erfährt man sofort mehr über die Hoffnungen, Träume und Wünsche des Hauptprotagonisten. Man bekommt ein Gefühl für ihn, was das Verständnis des weiteren Verlaufs – entstehende Freundschaften, Entwicklung von Gefühlen, sein Verhalten bei Kämpfen, Ablehnungen gegen Personen usw. – um einiges erleichtert.

Tirasan (anfangs Nummer 19) steht im Mittelpunkt der Geschichte, denn alle außer ihm wissen, wer sie sind und welche Aufgaben ihnen zusteht. Mit dem Namen Tirasan verbindet niemand etwas, keiner weiß, was er bedeutet, daher macht er sich nicht nur auf die Reise, um sich in der Hauptstadt registrieren zu lassen, sondern auch, um die Bedeutung seines Namens herauszufinden. Anfangs war er sehr unsicher und zurückhaltend, ein wenig schüchtern und sich seiner selbst nicht wirklich bewusst. Aufgrund dieser Eigenschaften war mir klar, dass er sich noch entwickeln würde und es war packend, dabei zuzusehen, wie er sich immer sicherer wurde. Nicht nur im Umgang mit sich selbst, sondern auch mit anderen.

Die anderen Protagonisten haben mir genauso gut gefallen, da sie ebenso authentisch und real wirkten. Von den vier anderen, die den Hauptprotagonisten auf seiner Reise begleiten – Baro, Rustan, Nelia und Allira – gefiel mir allerdings Rustan am meisten, sogar ein bisschen mehr als Tirasan. Er ist grundanstäntig, treu, loyal und würde seine Leben geben, um Tirasan gesund nach Hause zu bringen. Als sich dann herausstellte, dass die beiden in ihren früheren Leben schon dicke Freunde gewesen waren, fand ich das mehr als passend. Am Anfang sind Tirasan und seine vier Begleiter verhasst und sich gegenseitig unsymaptisch, weil sie sich als Nummern nicht verstanden, allerdings merken sie schnell, dass sie zusammenhalten und sich gegenseitig beschützen müssen, woraus sich eine tief verbundene Freundschaft entwickelt.

Der Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich konnte mich direkt in die Charaktere hineinversetzen, konnte ihre Gefühle und ihre Stimmungen verstehen – sowohl Sympathie, als auch Unmut –, habe mitgelitten und mitgefühlt und mich letzten Endes sehr geborgen in der Geschichte gefühlt.
 
Das Cover gefällt mir aufgrund der schlichten, aber doch edlen Gestaltung sehr. Die Schrift und die miteinander verbundenen Schnörkel finde ich sehr schön und auch zur Geschichte passend. Ebenso schön wie praktisch finde ich die Land-/Stadtkarte, die man sowohl vor den ersten, als auch nach den letzten Seiten findet und somit die Welt, in der die Geschehnissen spielen, deutlich darstellt. Das ein oder andere Mal habe ich auf sie zurückgegriffen. Es vereinfacht enorm, sich den Weg vorzustellen, den die Abenteurer auf sich nehmen müssen.

Die Magie der Namen ist alles in allem ein empfehlenswertes Buch; für jung und alt. Die Geschichte war gut durchdacht und gefiel mir sehr gut. Die Abenteuer haben Spannung gebracht, die Charaktere die Authentizität. Ein einmaliges und kurzweiliges Werk, das es versteht, den Leser zu an die Geschehnisse zu fesseln und ihn dazu bringt, das Buch in einem Rutsch durchzulesen.


 

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Ein herzliches Dankschön an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.
Habt ihr Die Magie der Namen schon gelesen?
Oder steht es auf eurer Wunschliste?
Ich wünsche euch einen schönen Wochenstart.


 
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Das Urheberrecht des Klappentextes unterliegt dem Piper Verlag.
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Kommentare:

  1. Huhu Julia,

    tolle Rezension! Mir hat dieses Buch auch unheimlich gut gefallen, vor allem, weil es mal keine Trilogie ist, sondern eine tolle Geschichte auch in einem Werk abgehandelt werden kann, was ich sehr bewundernswert finde. :)

    Ganz liebe Grüße
    Kathi
    PS: Ich habe euch zu dem "Der einschüchternde SuB-Tag" nominiert und würde mich riesig freuen, wenn eine von euch oder sogar ihr beide daran teilnehmt! :)

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    1. Hallo Kathi

      deinen Kommentar habe ich wohl übersehen. Schande über mein Haupt :D
      Ich fand das auch ziemlich stark. Ich bin zwar ein Fan von Trilogien und hätte mir auch mehr gewünscht, aber alles in allem war es ein schönes, abschließendes Werk :) Sehr toll.

      Liebste Grüße
      Julia

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