Mittwoch, 28. September 2016

Rezension | "Bevor die Welt erwacht" von Monica Wood

Ullstein | Taschenbuch | 464 Seiten | 12. August 2016 | 978-3548287805
Originaltitel: The One-in-a-Million Boy (2016)

"Weil die Geschichte eines Lebens niemals am Anfang beginnt. Bringt man euch denn auf der Schule gar nichts bei?" // Seite 12

  

Warum ausgerechnet Ona? Als Quinn die 104-jährige Frau kennenlernt, fragt er sich, was sein zarter, verschlossener Sohn so an ihr mochte. Denn Ona ist kantig, eigensinnig, voller verstecktem Humor — und scheint so gar nichts mit der Welt eines 11-Jährigen zu tun zu haben. Doch jetzt ist der Junge tot, und Quinn voll Wut und Trauer. Nur Ona kann ihm zeigen, wie sein Sohn wirklich war. Quinn begibt sich auf eine ungewöhnliche Entdeckungsreise — zu Onas wilden Geschichten aus dem Leben, zurück zu dem letzten Wunsch seines Kindes und bis zu dem Punkt, an dem aus seiner tiefen Verzweiflung neue Hoffnung wächst.


Monica Wood wuchs in Mexico auf, einer Stadt im Bundesstaat Maine. Sie ist Autorin mehrerer Romane und Ratgeber übers Schreiben. Zuletzt erschien "When we were the Kennedys", ein Memoir über ihre Kindheit. Monica Wood lebt in Portland, Maine und betreut unter anderem ein Schreibprogramm für weibliche Häftlinge.


Teil 1: Brolis (Bruder)
Teil 2: Sūnus (Söhne)
Teil 3: Kelione (Reise)
Teil 4: Draugas (Freund)
Teil 5: Vakaras (Abend)
                      - unterteilt in 26 Kapitel
Anmerkung der Autorin
Danksagungen


"Bevor die Welt erwacht" ist die Geschichte von Ona, einer 104 Jahre alten Frau, die noch mitten im Leben steht, und einem elfjährigen Jungen, der ganz anders ist als seine Altersgenossen - und viel zu früh stirbt. Doch obwohl der Tod des Kindes allgegenwärtig ist, ist es keine traurige Geschichte, ganz im Gegenteil, es ist eine Erzählung voller Hoffnung und über die kleinen, schönen Dinge im Leben.

In dem Buch gibt es verschiedene Erzählebenen; es beginnt damit, dass Quinn, der Vater des Jungen, Ona nach seinem Tod aufsucht, aber es gibt auch Kapitel, die sich mit der Freundschaft zwischen den beiden scheinbar so ungleichen Menschen befassen. Für mich war diese Beziehung sehr glaubwürdig dargestellt; man hat gespürt, dass es einfach geklickt hat und dass die beiden, auch wenn es nicht so zu sein scheint, einiges gemeinsam haben und sich auf eine besondere Art und Weise einfach verstehen. Dabei erfährt man viel über Onas Leben und ihre recht gewöhnliche, aber irgendwie doch interessante Geschichte, aber auch über den Jungen erfährt man einiges. Es gibt hierbei sehr unterhaltsame, aber auch berührende Szenen.
Die anderen Figuren - Quinn, seine Exfrau Belle, ihren neuen Freund - lernt der Leser ebenfalls kennen, auch wenn Quinn hier ein wenig im Mittelpunkt steht Er ist eine Figur mit vielen Fehlern und Schwächen und es könnte leicht sein, ihn zu verachten, aber obwohl er nicht der beste Vater war, der er hätte sein können, spürt man, dass er sich bemüht hat und dass er Reue empfindet. Ich konnte ihn nicht immer verstehen, aber er war mir sympathisch und die Veränderung, die er durchlaufen hat, war gut ausgearbeitet.

Die Geschichte selbst hat mir gut gefallen. Sie war zu großen Teilen fesselnd und die Autorin hat ein paar Listen mit Weltrekorden eingearbeitet, die einen Zusammenhang zu der Handlung haben, aber auch sehr interessant sind. Leider muss ich aber sagen, dass das Buch für mich im letzten Drittel ein paar Längen hatte und dass mir der Anfang besser gefallen hat, aber das Ende war wieder gelungen, passend und bewegend.


"Bevor die Welt erwacht" ist eine schöne und oft berührende Geschichte einer ungleichen Freundschaft, die trotz ihres Themas hoffnungsvoll und lebensbejahend ist. Ich kann sie, trotz kleinerer Schwächen, empfehlen.


Homepage der Autorin (englisch)
Seite zum Buch (englisch)
Habt ihr das Buch bereits gelesen
und wenn ja, hat es euch gefallen?

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