Sonntag, 10. April 2016

Rezension | "Im Herzen das Meer" von Karen Bojsen

Diana | Taschenbuch | 384 Seiten | 9,99 € | 08.03.2016 | 978-3453359031

"Alternative Energiegewinnung ist unsinnig, wenn sie genau das zerstört, was wir eigentlich durch sie bewahren wollen – die Natur." // Seite 270

Nach Jahren in Übersee lebt Lumme Hansen seit Kurzem wieder in ihrer alten Heimat – einer kleinen Insel mitten in der Nordsee. Die Meeresbiologin leitet dort das Inselaquarium und steht ihrem betagten Vater zur Seite. Als ein seltenes Seepferdchen vor der Küste gefunden wird, brechen turbulente Zeiten an. Auf einmal findet Lumme sich im Kampf um die Zukunft der Insel wieder – und einem Mann gegenüber, den sie eigentlich nie wiedersehen wollte …

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich das Meer liebe und auch gerne über Norddeutschland lese – ich wohne ja eine ganze Ecke davon entfernt. Es gab viele Punkte, die mir an diesem Buch gefallen haben, aber auch ein paar, die mich nicht ganz so überzeugen konnten.

Lumme – die Hauptprotagonistin – hat mir anfangs sehr gut gefallen und ich fand sie auch sehr sympathisch. Ich habe sie bewundert für ihre Hartnäckigkeit und ihre Liebe zu diesem Stück Land, auf dem sie aufgewachsen ist. Dennoch gab es auch ein paar Stellen, an denen sie es mir schwer getan hat und ich mit ihrem Verhalten nicht einverstanden war. Dass ihre Familienverhältnisse nicht einfach sind, erkennt man relativ schnell und dafür hatte ich auch Verständnis – nicht jede Familie ist perfekt. Aber obwohl sie Ehefrau und Mutter ist, hat sie kaum Kontakt zu ihrem Sohn und ihrem Ehemann in Amerika. Mit ihrem Vater in ihrer Heimat gerät sie desöfteren aneinander, weil er nicht so denkt wie sie und seine eigene Meinung hat. Außerdem hat mich gestört, dass sie, obwohl sie verheiratet ist, mit zwei anderen Männern noch was anfängt (man muss noch dazu sagen, dass einer von den beiden seit Ewigkeiten auf der Suche nach einer Frau an seiner Seite ist und anscheinend auch wirkliche Gefühle für Lumme hegt; ihr dann aber auf einmal klar wird, dass sie eigentlich gar nichts mit ihm anfangen will). Auch Lummes Schwarz-Weiß-Denken (für oder gegen den vermeintlichen Windpark) und dass sie jedem ihre Meinung aufzwingen wollte, hat bei mir öfters mal angeeckt. 
Nicht nur Lumme, sondern auch alle anderen Charaktere haben Ecken und Kanten und erscheinen dadurch zwar nicht immer sympathisch und liebenswürdig, aber definitiv tiefgründig und real. 

Begeistert hat mich die Seepferdchen-Geschichte. Auch wenn ich ein paar Probleme hatte in das Buch einzusteigen, war die Geschichte rund um Theo, das Seepferdchen, spannend aufgebaut und ich konnte sehr viel über deren Zucht und Lebensweise erfahren. Zum Beispiel war mir bisher nicht bewusst, dass die männlichen Seepferdchen schwanger werden und die Babys austragen. 

Das relativ offene Ende lässt zwar noch einen Spielraum für Spekulation – da hatte ich aber auch einen etwas klareren und besseren Abschluss gewünscht.

Karen Bojsens Schreibstil fand ich wunderschön. Die Beschreibung der Orte, der Fischarten und der Umgebung fand ich mehr als gelungen und hat mich sehr beeindruckt. Auch die Gestaltung rund um das Buch – das Cover, die Umschlag-Innen-Gestaltung – fand ich passend und vor allem ansprechend durch ruhige und sommerliche Motive. 

Im Herzen das Meer hat es mir definitiv nicht immer einfach gemacht, doch die Geschichte rund um das Seepferdchen Theo, ein altes Geheimnis und den Kampf gegen den Windpark konnte mich letzten Endes doch überzeugen. Theo habe ich einfach in mein Herz geschlossen. 







Habt ihr Im Herzen das Meer schon gelesen?
Wenn ja, wie hat es euch gefallen?
Oder steht es auf eurer Wunschliste oder auf eurem SuB?

Ich wünsche euch einen schönen Tag!





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