Sonntag, 14. Februar 2016

Rezension | Die "Templeton-Trilogie" von Nora Roberts

Weltbild | Hardcover | 14,99€ | je 398 Seiten | 02. März 2015 | 978-3955691516

"Wie in einem Buch, so dachte sie, schlug sie jetzt in ihrem Leben ein neues Kapitel auf. Und sicher hätte sie jede Menge Spaß damit." // "So fern wie ein Traum", Seite 219
Reihenfolge der "Templeton-Trilogie"
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So hoch wie der Himmel / Daring to Dream (1)
So hell wie der Mond / Holding the Dream (2)
So fern wie ein Traum / Finding the Dream (3)

Die Autorin (Quelle)
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Durch einen Blizzard entdeckte Nora Roberts ihre Leidenschaft fürs Schreiben: Tagelang fesselte sie 1979 ein eisiger Schneesturm in ihrer Heimat Maryland ans Haus. Um sich zu beschäftigen, schrieb sie ihren ersten Roman. Zum Glück – denn inzwischen zählt sie zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt. Nora Roberts hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann in Maryland.
Unter dem Namen J.D. Robb veröffentlicht Nora Roberts seit Jahren ebenso erfolgreich Kriminalromane.

So hoch wie der Himmel


Inhalt
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Ewige Freundschaft haben sie sich einst in Kalifornien geschworen – die drei jungen Mädchen Margo, Laura und Kate, deren Herkunft grundverschieden ist. Margo, die zielstrebige Schönheit aus einfachen Verhältnissen, wagt als Erste den Sprung nach Europa und startet eine glänzende Karriere. Jahre später kehrt sie betrogen und verarmt zurück. Doch die Gefährtinnen der Kindheit weisen ihr beherzt den Weg aus der Krise ihres Lebens …

Meinung
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"So hoch wie der Himmel" war... okay. Ein solides, gut geschriebenes Buch, aber leider nicht mehr.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist die starke Freundschaft zwischen den drei Frauen und dass sie, zusammen mit ihren Eltern, eine ungewöhnliche, aber sehr eng verbundene Familie bilden. Sie sind immer für einander da und unterstützen sich bei allem. Ich muss aber sagen, dass "sie weisen ihr den Weg aus der Krise" nicht ganz zutrifft. Kate und Laura sind definitiv daran beteiligt, dass sie ihren neuen Lebensweg einschlagen kann und sie unterstützen sie dabei tatkräftig, doch die Idee kam von Josh, dem männlichen Protagonisten, und ausgearbeitet hat Margo den Plan alleine. Aber das ist eine Kleinigkeit.
Mit Josh, aber auch mit Margo, hatte ich einige Probleme. Beide sind eigentlich sympathische Protagonisten - aber nur die meiste Zeit. Dass sie offensichtliche, starke Schwächen haben macht sie natürlich zu guten, komplexeren Figuren, aber... gerade mit Margo konnte ich nicht wirklich mitfühlen. Ich würde gerne sagen, dass dies nur daran liegt, dass sie charakterlich so ziemlich das Gegenteil von mir ist, aber das hat bisher noch bei keinem anderen Buch eine Rolle gespielt. Es lag vielmehr an der Art, wie sie geschrieben wurde. Sie ist eine nette, loyale Person, aber manchmal wollte ich sie wirklich packen und schütteln, bis sie wieder zu Verstand kommt. Und mir hat überhaupt nicht gefallen, wie oft sie und Josh sich gestritten haben. Meinungsverschiedenheiten sind normal, aber die haben haben sich die ganze Zeit gestritten und sie waren teilweise ziemlich gemein zueinander. Das schien für die beiden zu funktionieren, aber mich hat es nicht begeistert. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich glauben konnte, dass sie sich lieben, so wie behauptet wurde. Lange hat es nämlich auf mich so gewirkt, als würde sie, abgesehen von einer gewissen Zuneigung, nur Lust und Sex verbinden. Sie haben gesagt, dass sie sich lieben, aber bis fast zum Ende konnte ich das nicht fühlen. Deshalb hat ihre Geschichte mich auch nicht so sehr bewegt, wie sie es gekonnt hätte. Dazu kommt noch, dass der letzte 'Konflikt' zwischen den beiden in meinen Augen unnötig war und nur dazu diente, noch einmal kurz 'Spannung' in die Geschichte zu bringen... na ja.
Natürlich ist nicht alles an dem Buch schlecht. Vor allem das Rätsel um die verschwundene Mitgift von Seraphina, einer Frau, die mehr als hundert Jahre zuvor umgekommen ist, verspricht interessant zu werden. Davon abgesehen ist "So hoch wie der Himmel" eine solide Liebesgeschichte mit einer sehr starken Freundschaft zwischen drei Frauen und zugleich ist es auch die Geschichte, wie Margo sich weiterentwickelt. Roberts schreibt wie immer gut, auch wenn dieses Mal für mich die Tiefe fehlte, aber ich hatte einfach mehr erwartet.
★★★ 3/5 Sterne

So hell wie der Mond


Inhalt
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Kate Powell erwacht eines Tages aus der trügerischen Unbeschwertheit ihres Lebens und entdeckt, dass ihre Vergangenheit ein dunkles Geheimnis birgt. Dieses Wissen verändert ihre Einstellung zu den geliebten Menschen in ihrer Umgebung und stachelt ihren Ehrgeiz an: Sie will beweisen, dass sie etwas Besonderes ist und setzt ab sofort all ihr Streben, all ihre Träume, all ihr Können in die beruflichen Erfolge – bis die Liebe einen dramatischen Tribut fordert …

Meinung
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Der zweite Band der Trilogie hat mir besser gefallen als der erste.
Ich mochte Kate. Sie hat ebenfalls ihre Fehler, darunter eine Tendenz, alle Männer als Schweine zu beschimpfen (was mir nicht wirklich zugesagt hat), aber ihr Charakter kam mir ausbalancierter vor als der Margos. Auch den männlichen Protagonisten, Byron, mochte ich, obwohl er ein wenig blass geblieben ist. Die Beziehung zwischen den beiden fühlte sich real an; sie hatten Probleme, haben gestritten, beide haben Fehler gemacht, aber sie haben sich nicht die ganze Zeit beleidigt. Und er war immer für sie da, auch, als sie sich noch kaum kannten. Mich hat genervt, wie Kate in ihrem letzten Streit gehandelt hat, aber das wurde innerhalb der Geschichte angesprochen und ihre Freundinnen waren für sie da, um ihr den Kopf zurechtzurücken. Insgesamt war diese Freundschaft wieder sehr schön dargestellt und sie ist für die Geschichte mindestens so wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, wie die romantische Beziehung.
In "So hell wie der Mond" geht es, wie im ersten Band, auch wieder um den Reifeprozess der Protagonistin. Kate gelangt in eine Krise und muss, gemeinsam mit ihren Freundinnen und später mit Hilfe Byrons, damit umgehen. Dabei lernt sie einiges über sich und verändert sich langsam. Ihre persönliche Entwicklung steht im Zusammenhang mit der Entwicklung ihrer Beziehungen und auch ihres Berufes. Allerdings muss ich hier sagen, dass ich nicht weiß, wovon die Inhaltsangabe spricht, wenn sie sagt, die Liebe würde einen "dramatischen Tribut" fordern, da das Unglück in ihrem Beruf nichts mit irgendeiner ihrer aktuellen oder sich entwickelnden Beziehungen zu tun hat. Im Gegenteil unterstützen Laura, Margo und Byron sie nach Kräften. Vermutlich soll das einfach nur dramatisch klingen.
Gefallen hat mir auch, dass wir (wie es bei Roberts' Reihen typisch ist) gesehen haben, wie es mit Margo und Josh weitergegangen ist. Interessanterweise war mir Margo in diesem Band, in dem sie nicht die Protagonistin war, um einiges sympathischer als zuvor. Sie ist immer noch ein... spezieller Charakter, aber wenn sie nicht im Mittelpunkt steht, ist es irgendwie einfacher, mit ihr umzugehen.
★★★ 4/5 Sterne

So fern wie ein Traum


Inhalt
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Ewige Freundschaft haben sie sich einst geschworen – die drei jungen Mädchen Margo, Laura und Kate. Die behütete Laura, Tochter eines Hotelbesitzers und Erbin des legendären Templeton-Vermögens, steht nach dem Ende ihrer lieblosen Ehe vor den Scherben ihres Lebens. Doch mit der Hilfe ihrer Freundinnen besinnt sie sich auf ihre Stärken und ihr Kampfgeist erwacht: Ohne ihr Erbe will Laura es schaffen, endlich ihr eigenes Leben aufzubauen. Und nichts wird sie davon abhalten – außer die Liebe ...

Meinung
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Für mich war "So fern wie ein Traum" das beste Buch der Trilogie.
Ich mochte Laura sehr gerne und ich bin froh, dass sie es nach ihrer Scheidung ihr Leben nicht nur wieder auf die Reihe bekommen hat, sondern dass sie und ihre beiden Töchter nach dem schrecklichen Betrug ihres Exmanns wieder glücklich geworden sind. Laura verliebt sich in Michael, einen Mann, der in vielerlei Hinsicht ihr genaues Gegenteil zu sein scheint. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, passen die beiden sehr gut zusammen. Sie ergänzen sich, geben dem anderen Dinge, die derjenige sich immer gewünscht hat. Ein Bonus ist natürlich auch, wie er mit ihren Kindern umgeht. Er bemüht sich um die beiden, völlig unabhängig von seiner Beziehung zu ihrer Mutter, sodass man spürt, wie sehr sie ihm ans Herz gewachsen sind. Es war wirklich schön zu lesen, wie er sich langsam in die Kinder und in Laura verliebt hat und wie sie eine Familie aufgebaut haben, ohne es zuerst zu bemerken. Sie hatten ihre Probleme, Streitigkeiten, Missverständnisse, aber sie konnten sie überwinden - auch wenn es am Ende für meinen Geschmack zu viel Drama gebraucht hat.
Wie in den vorherigen Bänden geht es auch hier um die Selbstverwirklichung der Protagonistin. Laura muss nach ihrer Scheidung wieder Fuß fassen, ihr Leben managen und sich zugleich um ihre Kinder kümmern. Letztendlich geht sie aber aus ihren Erfahrungen gestärkt und bereit für ein neues Glück hervor. Und auch Michael macht eine Entwicklung durch, muss lernen, mit seinen Gefühlen und Problemen umzugehen. Wie die beiden dies zusammen, aber auch getrennt, gemeistert haben, war schön zu lesen.
Die Freundschaft von Margo, Kate und Laura war ebenfalls wieder sehr wichtig für die Geschichte. Sie sind wirklich eine Familie und es war schön zu sehen, wie nahe sich alle stehen. Mir hat auch gefallen, dass wir Einblicke in die Beziehung von Lauras Eltern bekommen haben.
Auch der Handlungsstrang um Seraphinas Mitgift, der seit dem ersten Band eine wichtige Rolle spielt, wurde zufriedenstellend aufgelöst.
★★★ 4(,5)/5 Sterne

Links
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Homepage der Autorin (englisch)
Leseprobe zu "So hoch wie der Himmel"
Leseprobe zu "So hell wie der Mond"
Leseprobe zu "So fern wie ein Traum"

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