Mittwoch, 2. Dezember 2015

Rezension | "Legend – Fallender Himmel" von Marie Lu


Loewe | Hardcover | 17,95 € | 368 Seiten | 10.03.2014 | 978-3785579404

„Nur wenige Menschen töten aus einem guten Grund", sagte er nach langem Schweigen. "Die meisten tun es aus den falschen Gründen. Ich hoffe, du wirst weder zu der einen noch zu der anderen Kategorie gehören." // Seite 299


Klappentext
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Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und eine grenzenlose Liebe, die dem Hass entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! "Fallender Himmel" ist der erste Band der Legend-Trilogie. Die New-York-Times-Bestseller-Autorin bettet die zeitlose Geschichte ihrer Legend-Trilogie über Rache, Verrat und eine legendäre Liebe in ein dystopisches Setting, das erschreckend realistisch und aktuell wirkt: ein Unrechtsregime, das jedes Aufbegehren brutal unterdrückt, Straßenschlachten und ein trotz aller Widrigkeiten unstillbarer Durst nach Freiheit und Gerechtigkeit.

Bewertung
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Eigentlich hatte ich nicht besonders große Lust, das Buch zu lesen. Es liegt schon viel zu lange auf meinem SuB und ich hatte eine zu große Befürchtung, dass es eine Mischung aus Panem und Tahereh Mafis Juliette/Warner-Reihe ist. Doch wie so oft wurde ich überrascht. Obwohl mir June am Anfang sehr unsympathisch und nervig erschien, schaffte sie es doch, mich für sich zu gewinnen, spätestens als sie das erste Mal auf Day trifft. Trotz ihrer perfekten Fähigkeiten und Leistungen in ihrer Ausbildung, ihrem hohen IQ und ihrer Art zu denken, handelt und denkt sie naiv und befangen, ist der Republik stets zu Diensten und zeichnet damit ein unlogisches Bild von sich selbst. Dieses Verhalten ändert sich, als sie Day kennenlernt. Daniel, der nur die Schattenseite des Lebens kennt, war meiner Ansicht nach viel realer ausgearbeitet, mit wesentlich mehr Tiefgang. Er liebt seine Familie über alles, ist sehr rebellisch und mutig. Er war von Anfang an glaubhaft; ich konnte mit ihm ab der erste Seite mitfühlen – im Gegensatz zu June.

Für mich ist ein weiterer Kritikpunkt die abwechselnde Erzählweise zwischen June und Day. Es fällt mir schwer – und damit bin ich sicher nicht die einzige – mich voll und ganz in einen Charakter hineinzuversetzen oder mich mit ihm zu identifizieren, wenn dieser und somit auch die Geschichte in jedem Kapitel springt. Diese Art der Erzählung gibt zwar einen guten Rundum-Blick, machte es mir aber schwer, Handlungssträngen der einzelnen Charaktere zu folgen, vor allem da beide Sichtweisen in der „Ich“-Perspektive geschrieben sind. Erst als June und Day sich treffen und somit eine gemeinsame Geschichte erzählt wird, konnte ich mich besser auf den Plot einlassen.

Aufgrund des großen Hypes, durch den ich das Buch erst wahrgenommen hatte, hatte ich hohe Erwartungen und wurde auch nicht enttäuscht. Sowohl der Anfang als auch der Mittelteil waren logisch aufgebaut und wirkten durch einige Wendungen durchgehend spannend. Alleine der Schluss hat mich ein wenig enttäuscht, da er leider sehr vorhersehbar war. Ein Cliffhanger hätte mir besser gefallen.

Was mich allerdings dazu bringen wird, die beiden anderen Bücher der Trilogie – oder zumindest erst mal den zweiten Band – zu lesen, ist diese süße Geschichte, die sich im Laufe des Buches zwischen June und Day entwickelt. Ich stehe vermutlich einfach auf diese Spannung zwischen Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Marie Lus Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte lässt sich schnell, leicht und flüssig lesen. Ich hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit beendet. Besonders angesprochen hat mich das Cover. Die Gestaltung ist meiner Meiner nach perfekt gelungen, daher freue ich mich, auch die anderen beiden Bände bald zu lesen und in meinem Bücherschrank stehen zu sehen.

Fazit
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Marie Lu hat uns mit „Legend – Fallender Himmel“ eine gelungene Dystopie als Trilogie-Auftakt vorgegeben. Die Geschichte an sich fand ich wahnsinnig spannend, die Liebesgeschichte herzerwärmend und das neue Amerika interessant ausgearbeitet. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Zitate
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"Stattdessen halte ich mir die Ohren zu. Die Schüsse sind ohrenbetäubend laut. Das Ganze dauert nur eine Minute, wenn überhaupt, aber mir kommt es vor wie eine Ewigkeit." // Seite 258

"Jeder Tag bedeutet vierundzwanzig neue Stunden. Jeder Tag bedeutet, dass alles möglich ist. Man lebt den Moment oder man stirbt darin, aber man lebt sein Leben einen Tag nach dem anderem." // Seite 363

Zusatzinformation
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Reihenfolge der Legend-Trilogie
  • Legend – Fallender Himmel (1)
  • Legend – Schwelender Sturm (2) 
  • Legend – Berstende Sterne (3)

Links
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